Johanna Schweizer / Projektkoordination Kultur

Staatsoper Stuttgart
Uraufführung zeitoper II

"Stationendrama"
Komposition von Michael Hirsch
Text und Konzeptidee von Paul Brodowsky und Johanna Schweizer

Mit: Kristina Sibenik (Musikalische Leitung), Anna Escala, Barbara Friebel, Heinz Göhrig, Luis Madsen, Statisterie der Staatsoper Stuttgart

Premiere:
Do, 15. März 2007, 20.30 Uhr
U-Bahn 7, Abfahrt Haltestelle "Killesberg Messe"

weitere Vorstellungen:
So, 18. März 2007, 20.30 Uhr
Di, 20. März 2007, 20.30 Uhr
Mi, 21. März 2007, 20.30 Uhr
Do, 22. März 2007, 20.30 Uhr
So, 25. März 2007, 20.30 Uhr
Mi, 28. März 2007, 20.30 Uhr
Fr, 30. März 2007, 20.30 Uhr

Was passiert zwischen Killesberg Messe und Waldau? Die Zuschauer fahren mit einem Schauspieler, drei Sängern und fünf Musikern in einer Stadtbahn ab der Haltestelle Killesberg Messe bis Waldau und zurück. Das Publikum erlebt dabei als Fahrgast hautnah ein Mosaik aus Klängen, Textsplittern, Gesang und Szenen: Wie ein unaufhaltsamer Sog führt die Fahrt in die Innenwelt der Hauptfigur Max und in die zufällige Geschichte seiner rätselhaften Begegnung mit einer Unbekannten in der Stadtbahn. Textgrundlage dafür bildet eine Kurzgeschichte von Paul Brodowsky mit dem Titel „Rachel". Brodowsky gilt als Meister der Miniatur und publizierte zuletzt im Suhrkamp Verlag „Milch Holz Katzen". Sein Stück „Stadt, Land, Fisch" wurde jüngst in den Münchner Kammerspielen aufgeführt.

In das „Stationendrama" integriert Komponist Michael Hirsch die Besonderheiten des Ortes: „Eigentlich ist es ein Spielort, der für eine Opernaufführung alles andere als optimal ist: Die Akustik ist schlecht, der Konzertsaal wackelt, die Sichtverhältnisse sind ungünstig und die Nebengeräusche enorm. Für mich besteht die Herausforderung darin, diese Widrigkeiten in Qualitäten zu wandeln. Ich muss eine Oper schreiben, die „singende Schienenstränge" und „schlackernde Türen", braucht, um gut zu sein." Schließlich findet der Opernabend in einem normalen Linienfahrzeug statt, in dem die SSB u.a. Einbauten für Licht und Verstärkeranlage vorgenommen hat.

Michael Hirsch ist sowohl Komponist, Performer, Instrumentalist als auch Regisseur und Schauspieler. Seine Kompositionen wurden u.a. bei den Donaueschinger Musiktagen, den Wittener Tagen für neue Kammermusik, der Musik-Biennale Berlin und den Dresdner Tagen für zeitgenössische Musik uraufgeführt. 2000 fand die Opern-Uraufführung von „Das stille Zimmer" in Bielefeld statt, 2005 entstand für die Staatsoper Hannover seine Kammeroper „Eines schönen Tages". Für letztere Uraufführung arbeitete Hirsch bereits mit Lars Franke zusammen, der beim „Stationendrama" die Regie übernimmt und seit dieser Spielzeit als Regieassistent an der Staatsoper Stuttgart tätig ist.

Mit der „zeitoper" etabliert die Staatsoper Stuttgart eine neue Form aktuellen Musiktheaters, wobei vorwiegend Orte im städtischen Raum bespielt werden, deren spezielle Bedingungen in den Produktionen reflektiert werden. Das „Stationendrama" ist eine Koproduktion mit der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB). Geprobt wird in einem Betriebshof, anfänglich in einem stehenden Fahrzeug, dann auf Probefahrten. Für die SSB wird mit diesem ungewöhnlichen Projekt die Reihe der kulturellen Sondereinsätze ihrer Busse, Stadt- und Straßenbahnen fortgesetzt.

www.staatstheater.stuttgart.de